
Dass man ein ernstes Thema mit Frohsinn verpacken kann, hat die Sinzheimer „B’Sonder’s Bühn“ bei ihrem Stück „Wasser für den Bertelhof“ am Samstagabend im Vereinsheim des Musikvereins Mühlacker bewiesen. Rund 130 Besucher ließen sich bei gutem Essen und Geselligkeit ins Vereinsheim locken, um dort ein paar unbeschwerte Stunden zu verbringen. Auch wenn das Thema Wasserknappheit im Mittelpunkt des Stückes stand, verstanden es die Darsteller des Vereins durch ihre urkomische Darstellung der betroffenen Bauernfamilie, viele Lacher hervorzurufen.
„Wir kommen gerne nach Mühlacker“, sagte Siegfried Sonder, dessen eigene Mundartstücke dabei gespielt werden. Denn schon seit 15 Jahren findet von der Sinzheimer „B’Sonder’s Bühn“ einmal im Jahr ein Theaterabend beim Musikverein Mühlacker statt. Der Kontakt ergab sich durch den ehemaligen Musiker Gerhard Bernecker. Beim Campen im Elsass hatte man sich kennengelernt. Daraus entwickelte sich in den vergangenen 15 Jahren – außer zur Corona-Zeit – ein verlässlicher Kontakt, der ankommt. Das zeigten die 130 Besucher des Abends. „Wir lieben Mundarttheater und sind schon zum fünften Mal dabei“, sagten die Dürrmenzer Besucher Heiderose und Martin Fritz. Fröhlich zu sein und Spaß zu haben, war auch dem Ötisheimer Erich Vinnay wichtig. „Man muss gerade in der heutigen Zeit auch mal wieder auf andere Gedanken kommen“, sagte Adolf Pfeil aus Mühlacker. Und der Mühlhäuser Bernhard Doll lobte den Musikverein dafür, dass er diese Theaterabende in seinem Angebot hat. „Wir wollen den Musikverein unterstützen und das letzte Theaterstück hat uns gut gefallen“, sagte die Dürrmenzerin Andrea Geigle.
„Wir reden badisch“ hatte Siegfried Sonder bei seiner Begrüßung gesagt. Und das zog sich durch das ganze Stück. Darin geht es als ernstem Hintergrund darum, dass die Familie Bertel die Trockenheit und Wasserknappheit auf ihrem Hof sowie den drohenden Ernteausfall abwenden muss. Denn auch die im Stück vom Landkreis geforderte drohende Photovoltaikanlage übersteigt die finanziellen Mittel. Schließlich gibt es aber trotzdem ein badisches Happy End, weil das Landratsamt der Familie hilft.
2005 wurde der Verein „B’Sonder’s Bühn“ gegründet, seit 2006 tourt das Ensemble mit Autor und Regisseur Siegfried Sonder, der Opa Ignaz Bertel verkörperte, durch die Lande. Oma Adele Bertel wurde von Daniela Udri dargestellt. Sohn Paul Bertel spielte Roland Gessler und dessen Frau Agnes Heidi Bender. Als Tochter Stefanie Bertel überzeugte Emely Weber. Knecht Knacks (Michael Sonder) und Magd Inge (Sabrina Weber) sorgten ebenfalls für badischen Frohsinn. Den Mitarbeiter der Gemeindewerke Norbert Bembel stellte Marcel Wechsel dar, die Familienfreundin Erika Flachs wurde von Heike Ernst gespielt. Den Landrat Vitus Hupe verkörperte Daniel Sturm.
Artikel aus dem Mühlacker Tagblatt, Erstellt: Erstellt: 16.03.2026, 16:00 Uhr, Text und Bild Ilona Prokoph
