Jahreskonzert 2018

Freunde der Blasmusik konnten am Samstag ein höchst abwechslungsreiches Konzert im Uhlandbau erleben. Der Musikverein Mühlacker hatte zu seinem Jahreskonzert eingeladen.

Die Zuhörer fühlten sich bestens unterhalten, denn sie hörten nicht nur ein Orchester, sondern insgesamt vier an der Zahl. Die Jüngsten im Reigen der Musiker hatten das Vergnügen, den Abend zu eröffnen. Die sechs- bis zehnjährigen Flötenkinder unter der Leitung von Almut Wagner erfreuten mit Kinderliedern, die im Publikum viele Erinnerungen auslösten, weil sie lange nicht gehört und dann so sauber und klar gespielt, doch so vertraut waren. Drei Kinder spielen erst seit wenigen Wochen Flöte, hatten aber so gute Fortschritte gemacht, dass sie nun mit ihren Kameraden schon öffentlich auftreten konnten. Natürlich waren sie alle ein wenig aufgeregt. Aber ihre Dirigentin und am Klavier Michael Wagner sorgten dafür, dass es ein glänzender Auftritt wurde. Und zwei Mädchen spielten allein ein Lied im Duett. Verabschiedet haben sich die sechs Mädchen und fünf Jungen dann mit „Schlaf, Kindlein Schlaf“ – „was natürlich nicht für Sie gilt“, so ein kleiner Scherz der Moderatorin mit dem Publikum. Allen schien ein Stein vom Herzen zu fallen, als die Zuhörer begeistert applaudierten.

Ein Stein vom Herzen ist sicher auch Magdalena Ruf gefallen. Denn es war ihr erster Auftritt als Moderatorin. Doch mit Manfred Teply als erfahrenen Lehrherrn konnte nicht viel schief gehen. Eine neue Arbeitsteilung sozusagen. Sie hatte die Jugend übernommen und Teply die „Alten“.

Als nächste Formation sagte Ruf das Schülerorchester an, geleitet von Michael Werner. Drei amerikanische Titel standen auf dessen Programm, darunter das bekannte „I will follow him“ aus dem Film „Sister Act“. Zu jedem Stück gab es eine Geschichte. Neben dem Notenspaß war das Publikum also auch „literarisch“ informiert. Auch die Schüler wurden mit viel Applaus belohnt.

Schülerorchester spielt Melodien aus dem Film „Sister Act“.

Von Gruppe zu Gruppe stiegen nun die Anforderungen. Das Jugendorchester unter Christian Werner eröffnete mit der West Side Story. Ein anspruchsvoller Einstieg, der vom ersten Takt an punktgenaue Einsätze forderte. Wenig später leuchtete nicht nur Aladins Wunderlampe zu orientalischen Klängen, auch die jungen Musiker setzten immer wieder Glanzpunkte. Und es durfte geknuspert werden, nämlich an Engelbert Humperdincks musikalischem Märchen „Hänsel und Gretel“, aus dem ein Potpourri erklang. Mit „Comedy Classics“ verabschiedeten sich die Jugendlichen, begleitet vom stürmischen Beifall.

Jugendorchester des MV Mühlacker spielt aus der West Side Story. Fotos: Filitz

Nach einer Pause waren die „Alten“ dran und konnten zeigen, welches breite Klangspektrum sich in einem großen Blasorchester verbirgt. Musikdirektor Horst Bartmann verstand es, seine Musiker in allen nur denkbaren Facetten brillieren zu lassen. Mit sieben Titeln aus ganz verschiedenen Genres rissen sie die Zuhörer zu tosendem Beifallstürmen hin. Der Concert March „Arsenal“ am Beginn, der Hoch- und Deutschmeister-Marsch als triumphalen Schluss, dazwischen mit „Lord Tullamor“ ein Ausflug auf die grüne Insel und ein Medley aus dem gleichnamigen Film „The Wizard of Oz“ zeigten das Leistungsniveau der rund 54 Musiker.

Klarinettist Teply war zugleich der Moderator und führte gut gelaunt von Titel zu Titel. Zwei Sänger unter den Bläsern, Markus Rößle und Stefan Franz, überraschten mit Interpretationen von „The Rose“ und „We are the world“, einfühlsam vom Orchester begleitet. Falsch gedacht von den Musikern, wenn sie meinten, das Publikum ließe sie schon gehen, nachdem der letzte Akkord verklungen war. „Wir haben verstanden“, signalisierten Musiker und Dirigent nach dem tosenden Applaus und erfreuten noch mit etlichen Zugaben.

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